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Blankenheim ist ein Station am Jakobsweg durch die Eifel

Von Dr. Walter Töpner

 Die Wege der Jakobspilger, die sog. Jakobswege zum Grabe des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela haben in ganz Europa und auch in der Eifel seine Spuren hinterlassen. Dieser Fernweg erfährt durch das Zusammenwachsen Europas in der heutigen Zeit wieder neuen Auftrieb. Im Zuge der Wiederbelebung des alten Fernpilgerweges haben in den letzten Jahren auch in Deutschland Bemühungen eingesetzt, die Wege zu erforschen, auszuschildern und mit den großen französischen und spanischen Pilgerstraßen zu verknüpfen. Jetzt ist Blankenheim über einen Fernweg mit Köln, Paderborn und Magdburg verbunden, bald wird diese Route in Brandenburg mit Berlin, Frankfurt an der Oder und Polen verbunden sein.

 Von Köln, der großen Verteilerstationen der Jakobspilger im Rheinland kommend suchten die Pilger den Anschluß zur Strasse von Vézelay in Burgund, wo sich der Ausgangspunkt einer der vier Hauptrouten in Frankreich befand. Die heutige Route verläuft teilweise auf der Linie der Römerstraße und berührt berühmte Kloster- und Reliquienorte wie Kreuzweingarten, Bad Münstereifel, Prüm und Helenenberg. Auf der Römerstraße hinter Frohngau berühren heutige Pilgerfüße zum ersten Mal im Wald beim Forsthaus Mürel einen historischen Weg. Ein seltsames Gefühl des Verbundenseins mit den Menschen aus früheren Zeiten stellt sich ein. Man bekommt einen kleinen Vorgeschmack auf Spanien, wo der alte Pilgerweg häufig dem Lauf von Römerstraßen folgt und sich an vielen Stellen noch im Original erhalten hat. Auf solchen Straßen, die in gerader Linie über die Höhen führten und die Täler meist mieden gelangt man schnurstracks an den oberen Rand der zum Ahrtal gelegenen Burg Blankenheim, die den Grafen von Blankenheim-Mander­scheid gehörte und erstmals 1115 urkundlich erwähnt wird. Heute dient sie als Jugendherberge.

 Die mittelalterlichen Reste der Ortsbefestigung von Blankenheim sind ein besonderes Kleinod. So mancher Pilger mag die Stadt durch das Georgstor mit einer Holzfigur dieses Heiligen und das innere Hirtentor von 1404, das ein prächtiger Wappenstein aus hellgelbem Sandstein ziert, mit müden Füßen herein- oder herausgezogen sein. Malerische Fachwerk­partien an der Ahrquelle führen den heutigen Besucher in eine Welt des Mittelalters zurück und geben eine Vorstellung, wie frühere Pilger die Stadt erlebt haben könnten. Ein besondere Kostbarkeit erwartet die heutigen Jakobspilger aber in der spätgotische Pfarrkirche am Berghang unterhalb der Burg mit ihren drei niederrheinischen Schnitzaltären aus der Erbauungszeit um 1500 und Apostelfiguren, darunter den hl. Jakobus. Diesem Pilgerheiligen begegnet man noch einmal an einer Wandkonsole, von der er auf die Besucher herabblickt. In Blankenheim gab es auch ein von den Grafen gegründetes Hospital, das Pilger beherbergt haben könnte. In manchen Stadtarchiv schlummern noch Auf­zeichnungen aus dem Mittelalter, wie die Ratsprotokolle im nahen Bad Münstereifel, die wieder das Licht der Welt erblickten, weil darin die Anwesenheit von Pilgern in der Stadt dokumentiert wurde.

Wenn die Jakobspilger wieder weiterzogen, nahmen sie als nächstes Ziel die ehemalige Bendiktinerabtei von Prüm ins Visier, die eine berühmte Reliquiensammlung wie die Sandale Christi und ein Stück der sog. Dornen­krone Christi besaß. Von der ehemaligen Prümer Klosterkirche führt der Weg durch das Tal der Prüm nach Kloster Niederprüm und Waxweiler. Für viele Pilger zählen die Erlebnisse, die sie heute auf ihren Wanderungen allein, mit seinen Pilgerkameraden oder mit den Menschen längs des Weges gehabt haben, zu den wichtigsten Erfahrungen in seinen Leben. War früher für den Pilger das erste Ziel das Jakobusgrab am Ende des Weges, sagen heute viele, dass der Weg das eigentliche Ziel sei, auf dem sie sich verändert und neue Einsichten gewonnen haben. Wer nicht die Möglichkeit hat, den ganzen weiten Weg bis nach Santiago de Compostela gehen, für den könnte der gut ausgeschilderte Abschnitt durch die landschaftlich reizvollen Gebiete der Eifel durchaus eine Alternative sein. In dem Ambiente von Blankenheim kann man sich jedenfalls leicht vorstellen, dass hier einst Jakobspilger auf ihrem langen und beschwerlichen Weg nach Santiago de Compostela durchgekommen sind. Und wer weiß, vielleicht ist das bald wieder der Fall.

 Walter Töpner, Wege der Jakobspilger - Band 2.- Rheinland, Eifel, Lothringen, Burgund, Paulinus Verlag, 235 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, Maximineracht 11c; 54295 Trier , ISBN 3-7902-1310-1, VK 19,80 €

 

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