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Blankenheim - Alendorf

Wacholderschutzgebiet Alendorf

Karte Lampertstal

(475 m, 272 Einwohner) Der Ortsteil hegt auf einer Hochebene, genau südlich von Blankenheim zwischen dem Quellgebiet der Ahr und dem Quellgebiet der Kyll. Er wird von drei Bergen - Kalvarienberg, Eierberg und Hämerberg - umgeben. Bei Alendorf beginnt das 650 ha große Wacholder-Naturschutzgebiet Lampertstal. - Jugendzeltplatz etwas außerhalb im Lampertstal (Anmietung bei Gemeindeverwaltung Blankenheim, (02449/87222).

Eine Römerstraße führte von Jünkerath, Esch über Alendorf und Waldorf nach Blankenheim An dieser Straße wurde bei Alendorf eine römische Siedlung entdeckt. Später wurde das fruchtbare Gebiet der "Alendorfer Kalkmulde" schon früh von den Franken besiedelt. Ab 1271 ist Alendorf namentlich in Urkunden belegt. Bereits im 13. Jh. läßt sich auch ein Pfarrer nachweisen, womit Alendorf die älteste Pfarrei im Dekanat Blankenheim ist. Territorial unterstand Alendorf im 13. Jh. und bis Anfang des 14. Jh. den Herren von Dollendorf-Cronenburg und wurde Mitte des 14. Jh. der Herrschaft Jünkerath einverleibt, die dann wiederum 1498 in den Besitz des Grafen Johann I. von Blankenheim überging, zu dem es seitdem gehörte.

Am Kalvarienberg befindet sich bei einer alten, denkmalgeschützten Bergkirche ein alter Kreuzweg (17. Jh.). Jährlich in der sogenannten Karwoche führen Kreuzwegprozessionen entlang der Stationen bis zum Schlußkreuz auf den Gipfel des Kalvarienberges. - Ebenfalls am Kalvarienberg bietet das Wacholder-Naturschutzgebiet Lampertstal eine einmalig üppige Wacholdervegetation.

Der kleine Ort Alendorf südlich von Blankenheim ist unter Naturfreunden ein offener Geheimtip: Das über 800 ha große Naturschutzgebiet des Lampertstals und der Alendorfer Kalktriften ist ein ökologisches Kleinod von besonderem Wert. 
Eindrucksvoll heben sich schon von weitem Kalvarien- und Eierberg mit ihren Wacholderbeständen von der Umgebung ab. Bereits im Mittelalter wurden diese traditionellen Kulturbiotope durch Rodung geschaffen und durch extensive Schafbeweidung bis in unsere heutige Zeit erhalten. Die Magerrasen prägen seit Jahrhunderten das Landschaftsbild der nördlichen Kalkeifel und gehören zu den schönsten und überregional bedeutenden Kulturbiotopen der Eifel. 
Anfang September blühen hier die Enziane. Leuchtend blau ist die Farbe des seltenen Fransenenzians, häufiger zu finden und etwas größer ist der hellviolette deutsche Enzian.  
Zahlreiche Insekten bevölkern die blütenreichen Rasen der Kalktriften. Einige ernähren sich vom Blütennektar, wie die Schmetterlinge, Wildbienen und Schwebfliegen. Andere, wie die Raupen, sind auf die Blätter spezialisiert, wieder andere, z.B. Laufkäfer, leben in der Deckung am Boden oder im Wurzelbereich. Auf diese Weise bietet ein solcher Rasen zahlreiche ökologische Nischen für Tiere.
Um diese wertvollen Gebiete zu erhalten, wurden sie unter Naturschutz gestellt. Da der Artenreichtum dort durch historische menschliche Bewirtschaftungsformen entstanden ist, kann er nur durch die Fortführung dieser Methoden erhalten werden. Daher ziehen seit mehreren Jahren wieder Wanderschäfer mit Herden genügsamer Landschafrassen über die Kalkhänge. Die Schafe halten
Gebüsche und Bäume auf den Hängen kurz. Natürlich wird Dünger von den Triften ferngehalten. Dies ermöglicht den langsamer wachsenden, kleinen oder anspruchslosen Pflanzenarten das Überleben und sorgt so für Artenvielfalt. Auf den Alendorfer Kalktriften und im Lampertstal wird Naturschutz durch aktive und extensive Bewirtschaftung umgesetzt.

Aus der Geschichte des Ortes Alendorf

Kirche auf dem Alendorfer Friedhof im Jahre 1925.

Alendorf. Im Jahre 1271 hieß der Ort Aldindorph, es ist bisher noch nicht geklärt, ob dieser erste bekannte Siedlungsname "altes Dorf" oder "Dorf des Aldo" bedeutet. Aldo ist die italienische Kurzform von Aldobrando. Aldebrand oder Adelbrand sind alte deutsche Vornamen, in denen die Wörter "adal" (edel, vornehm) und brant (Brand) enthalten sind.

Die Römer bauten von Jünkerath über Alendorf und Waldorf eine Straße nach Blankenheim, an dieser Straße entdeckt man bei Alendorf Reste römischer Bauten. Den aus der Eifel abziehenden Römern folgten um 400 die Franken, die als Bauern die fruchtbare "Alendorfer Kalkmulde" besiedelten. Im 13. und 14. Jahrhundert war Alendorf Territorium der Herren von Dollendorf-Kronenburg. 1253 übertrug die Abtei Malmedy dem Kloster zu Frauenkron das Patronat in Alendorf. Seit 1277 war Gerlach von Dollendorf und Kronenburg Patronatsherr, seit 1289 die Abtei Steinfeld, seit 1317 der Johanniterorden, der die Pfarre Alendorf durch den Komtur von Roth bei Vianden besetzen ließ. Alendorf ist eine der ältesten Pfarreien im Dekanat Blankenheim und wird im ersten amtlichen Pfarr- und Kirchenverzeichnis im 13. Jahrhundert als Aldendorp aufgeführt. Mitte des 14. Jahrhunderts gliederte man Alendorf der Herrschaft Jünkerath an, 1498 ging der Ort in den Besitz des Grafen Johann I. von Blankenheim über und blieb bis 1794 Hoheitsgebiet der Grafschaft Blankenheim. In den Jahren 1663 bis 1680 ließ Graf Salentin Ernst von Blankenheim von der Alendorfer Pfarrkirche ausgehend den "Kalvarienberg" hinauf sieben Bildstöcke aus rotem Sandstein mit Szenen von der Verurteilung Jesu bis zur Kreuzigung errichten. Im 19. Jahrhundert erweiterte man die Stationen vom Leidenswegs Jesu auf 14 und schaffte so einen allgemein üblichen Kreuzweg. 1472 überfiel Eberhard von der Mark-Arenberg den Ort Alendorf, die Einwohner verfassten daraufhin am 8. Juli 1472 eine Klageschrift, in der es heißt, der Edelmann habe die Kirche in Alendorf "laissen brechen". Die Klageschrift, die sich im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf befindet, teilt weiterhin mit, dass Eberhard von der Mark-Arenberg persönlich zugegen gewesen sei, als seine Leute "zu Esche und Waltdorff auch zwey kirchen verbrant, dar in das hillige sacrament, der hilige olige crissem und douff, mit monstrancen, kelchen und anderen me gezierden der hilligen kirchen verbrannt synt." Die Vorgehensweise des Arenberger nannten die Kläger eine "unkristliche, unritterliche und uneyrliche ubeltdait und widder unseren gelouben". Der Beweggrund, den der Arenberger für den Überfall auf die Dörfer Alendorf, Waldorf und Esch hatte, lag in einer Fehde zwischen Eberhard von Arenberg mit den Manderscheidern begründet. Der Arenberger glaubte, mit dem Überfall und der Zerstörung in den Kirchen einen seiner Mutter zugefügten Schaden rächen zu müssen. 1857 lebten in Nordamerika Auswanderer aus Alendorf mit den Namen Molitor, Lenz, Vogelsberg und Hecker. Aus der Familie Lenz haben die Brüder Thomas, Johann Joseph, Valentin und Nikolaus mit ihren Familien in Nordamerika eine neue Heimat gefunden. Der aus Amerika zurückgekehrte Johann Matthias Weber aus Mechernich schrieb im Schleidener Wochenblatt: "Warnung für Auswanderer, da ich wieder retour gekommen bin von der Reise aus Amerika, so bin ich stets bereit Allen denen, die durch Briefe oder durch Lockvögel, der man hier in der Gegend hat, die die Leute beschwätzen und ihnen Versprechen machen von Amerika, die doch nie in Erfüllung gehen werden, und ich fühle mich daher pflichtgedrungen ihnen unentgeltliche Auskunft über Amerika zu geben, besonders über die Staaten, wo die meisten Deutschen sich angesiedelt haben, und zwar diejenigen, die sich auf Ackerwirtschaft verlegen wollen, als nämlich die Staaten Illinois, Wiskonsin und Ohio, wo der größte Teil der Bevölkerung Deutsche sind, die sich auf Ackerwirtschaft verlegt haben". 1953 stellte man die Kalktriften in der Gemarkung Alendorf unter Schutz. Auf dem Kalvarienberg (460 bis 525 m hoch), dem Hämmersberg (530 m) und dem Eierberg (548 m) haben sich auf kalkigem Untergrund Pflanzen von großem Seltenheitswert entwickelt.

Viehtrieb und Weidegang sorgen dafür, dass weder Gebüsch noch Bäume überhand nehmen. Regelmäßige Beweidung macht es möglich, dass sich Pflanzen, die auf Trockenrasen gedeihen, auf den Triften entfalten. Zu diesen Pflanzen gehören Kuhschelle, Kugelblume, Deutscher Enzian, Gewimperter Enzian, Zwergeichengamander, Geflecktes Ferkelkraut, Blaugras, Stengellose Distel, Bergklee, Hügelmeister, Schafschwingel, Meergrüne Segge, Katzenpfötchen, Sonnenröschen, Fliegenblume, Bergkölme und Lein. Wo wenig oder keine Beweidung stattfindet, entwickelten sich Gebüsch und sogar hochstämmige Bäume wie Stieleiche, Rotbuche und Hainbuche. Die bereits eingewanderten Sträucher wie Wolliger Schneeball, Mehlbeere, Seidelbast, Kreuzdorn und Rote Heckenkirschen weisen einen gewissen Seltenheitswert auf und bezeugen ihre südeuropäische Herkunft. Anzutreffen sind auch Großblütiges Waldvögelein, Zweiblatt, Große Waldhyazinthe, Orchideen-Arten, Wilde Erdbeeren, Bergsegge, Salomonssiegel und Waldhahnenfuß. Im Naturschutzgebiet ist es verboten, Pflanzen zu beschädigen, auszureißen oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen. Im Naturschutzgebiet sollte man die Wege nicht verlassen, kein Feuer entzünden, nicht zelten, keine Abfälle wegwerfen, das Gelände weder verändern noch beschädigen und keine Bild- und Schrifttafeln anbringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen. 1964 kümmerte sich die Denkmalpflege im Kreis Schleiden um die alte Pfarrkirche St. Agatha.

Alendorfer Kirche aus dem Jahre 1494.

Nach vorausgegangenen Arbeiten an Dach und Fach senkte man den Altarraum auf das ursprüngliche Niveau, das durch Freilegung der alten Basen ermittelt wurde. In der Kirche wurden neue Platten, die barocken Kirchenbänke wurden restauriert. Man verbreiterte die Sitzbänke und stellte die Rückenlehnen schräger, die wertvollen Wangen wurden beibehalten. Vom Hochaltar entfernte man mehrere Übermalungen und fand die alte Fassung des barocken Säulenaltars (2. Hälfte des 17. Jahrhunderts). Das Rahmenwerk des zweigeschossigen Aufbaus, dessen Mittelteil fehlt, war blauweiß marmoriert. Die Kanten zeigten die Farben Rot, Grün und Gold. Kapitelle und Ornamente mussten neu vergoldet werden. Die durchgeführten Arbeiten wurden als denkmalpflegerisch und künstlerisch gelungen bezeichnet. H. P. Schiffer

Wacholderschutzgebiet

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