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Archiv der Rubrik Lokales - Euskirchen vom 09.01.2002

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"Juniperus communis" ist der Baum des Jahres
Multitalent Wacholder

Alendorf. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hat den Wacholder - Juniperus communis, so sein wissenschaftlicher Name - als Baum des Jahres 2002 ausgelobt.

Das Wacholderschutzgebiet um Alendorf hat bundesweite Bedeutung und ist in Nordrhein-Westfalen das größte. Bundesweit zählt es zu den drei Größten.

Kalkmagerrasen heißt das Zauberwort: Es ist ein karger Boden, auf dem sich der genügsame Wacholderstrauch besonders wohl fühlt. Kommt man zu den Alendorfer Kalktriften, erwacht der Gedanke an die Toscana mit ihren sanften wacholderbewachsenen Hügeln.

Nach seiner Zugehörigkeit zur Familie der Zypressengewächse und auf Grund der Wuchsform wird der Wacholder auch als die Zypresse des Nordens bezeichnet.

Für Pressesprecher Erich Schell und Jan Lembach, Geschäftsführer des Vereins Naturpark Nordeifel, war dies ein willkommer Anlass, eine breit angelegte Werbekampagne ins Rollen zu bringen.

Beim internationalen Reisemarkt in Köln wurde das Thema "Wacholder" erstmals dargestellt und in Abstimmung mit Professor Dr. Wolfgang Schumacher ein Faltblatt "Wacholder - Baum des Jahres 2002 - im Deutsch-Belgischen Naturpark" konzipiert, welches der breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Auch das örtliche Gastgeberverzeichnis und die Eifeltouristik griffen das Thema auf und verwiesen in ihrem Katalog darauf. Es werden Führungen angeboten. Auch im Internet wird geworben.

Geschäftsführer Jan Lembach verwies auf das Jahresveranstaltungsprogramm des Naturparks Nordeifel mit sechs bis acht geführten Wanderungen. Man beginnt im Frühjahr mit einer Vogelstimmen- und einer Orchideenwanderung sowie einem Enzianblüten-Spaziergang.

Zusätzliche Führungen für Schulklassen

Bei Bedarf können auch Schulklassen, die sich im Verkehrsbüro anmelden, zusätzlich geführt werden. Die Eifelvereins-Ortsgruppe Ripsdorf wird in diesem Jahr 90 Jahre alt und nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, am 1. und 2. Juni einen folkloristischen Abend und den Bezirkswandertag des Bezirkes Euskirchen durchzuführen.

Die Bürger von Alendorf feiern am 11. August 2002 ein Wacholderfest. Zwischen dem 14. April und dem 1. September 2002 findet im Eifelmuseum Blankenheim die Ausstellung "Wacholder - Baum des Jahres 2002" statt. Hinzu kommen Exkursionen, "NaturErleben 2002" im Lampertstal und auf den Alendorfer Kalktriften und Nachmittage beim Wanderschäfer.

Naturpark Nordeifel und Gemeinde Blankenheim wollen den Wacholder zum Anlass nehmen, dem interessierten Gast Natur und Landschaft zu präsentieren. Der Naturpark will nicht nur vermarkten, sondern bereitet die Informationen auf, um sie an den regionalen Tourismus weiterzugeben. Man will als Vermittler zwischen Naturschutz und Tourismus auftreten.

Mit den Wacholderhängen um Alendorf ist ein ausgezeichnetes Biotop vorhanden, welches in der Region aber noch zu wenig bekannt ist. Zudem müssen die Wanderungen im Naturschutzgebiet gelenkt sein.

Das mit über 1000 Hektar landesweit herausragende Naturschutzgebiet Lampertstal mit seinen weiten und üppig bewachsenen Wacholderhängen ist von besonderer Bedeutung. In diesem Gebiet konnten sich auf dem Kalkboden durch jahrhundertlange extensive Beweidung wertvolle Lebensräume mit spezialisierten Tier- und Pflanzenarten entwickeln.

Die Schafbeweidung ist heute als Naturschutzmaßnahme zur Erhaltung der offenen Kalkwiesen wiederentdeckt worden. Seit 1988 zieht der Wanderschäfer mit der Herde genügsamer Bentheimer Landschafe wieder über die Kalkhänge.

In der Zeit, in der es in den Eifelhäusern noch offene Kamine gab - der sogenannte "Haasch" - wurde mit Wacholder der gepökelte Schinken geräuchert. Die blauen Wacholderbeeren würzen auch heute noch das Sauerkraut. Nicht zu vergessen ist der Wacholderschnaps, der im kommenden Jahr speziell gebrannt wird.

Wacholderbüsche als Fußmatten

Als es noch keine gefertigten Fußmatten gab, lagen vor den Haustüren Wacholderbüsche, um sich die Schuhe zu säubern. Bei Hochzeiten und Erstkommunionfeiern standen die mit weißen Papierrosen geschmückten Wacholderbäume am Hauseingang.

Neben der bis zu 12 Meter hohen Säulenform kommt der Wacholder auch als niedriger Strauch vor. Über 150 regionale Bezeichnungen wie Krammetsbaum, Kranevitter und Räucherstrauch zeugen von der weiten Verbreitung.

Forstwirtschaftlich eher unbedeutend wird der Wacholder seit dem frühen Mittelalter als Heil- und Gewürzpflanze besonders geschätzt. In Sagen und Märchen gilt er als rätselhaft und geheimnisvoll, schützte aber auch vor Hexen, Zauberern und Dämonen.